Der Wiener Walzer ist einer der bekanntesten und elegantesten Gesellschaftstänze der Welt. Mit seinem schnellen Tempo, den fließenden Drehbewegungen und seiner historischen Bedeutung gilt er als König der Tänze – und ist untrennbar mit der Kultur Wiens verbunden.
1. Ursprung & Geschichte
- Der Wiener Walzer entwickelte sich im späten 18. Jahrhundert aus ländlichen Volkstänzen wie dem Ländler.
- Er wurde zu Beginn als „skandalös“ angesehen, weil sich Paare eng umschlungen gegenüberstanden – damals gesellschaftlich höchst umstritten.
- Ab dem 19. Jahrhundert wurde der Walzer zum gesellschaftlichen Höhepunkt in Wiener Ballhäusern.
- Komponisten wie Johann Strauss Vater, Johann Strauss Sohn und Joseph Lanner machten ihn weltweit populär.
2. Tempo & Takt
- Der Wiener Walzer steht im 3/4-Takt.
- Typisches Tempo: ca. 58–60 Takte pro Minute (das entspricht etwa 174–180 BPM).
- Er ist damit deutlich schneller als der Langsame Walzer.
Der schnelle Rhythmus und die kontinuierlichen Drehungen machen ihn zu einem technisch anspruchsvollen Tanz.
3. Tanztechnik
Typische Merkmale:
- Permanente Drehungen im Uhrzeigersinn („Rechtswalzer“) oder gegen den Uhrzeigersinn („Linkswalzer“).
- Charakteristische Schrittfolge: Schließen-Schritt, oft in einer fließenden Kreisbewegung.
- Besonders wichtig sind Haltung, Balance und ein guter Gleichgewichtssinn.
- Die Tanzenden bewegen sich scheinbar schwerelos – tatsächlich verlangt der Tanz hohe Kondition.
4. Musik & berühmte Walzer
Bekannte Wiener Walzer sind:
- „An der schönen blauen Donau“ – Johann Strauss Sohn
- „Kaiserwalzer“ – Johann Strauss Sohn
- „Geschichten aus dem Wienerwald“ – Johann Strauss Sohn
- „Gold und Silber“ – Franz Lehár
Der Walzer ist bis heute zentrales Element der Wiener Ballkultur.
5. Wiener Walzer & Tradition
- Der Wiener Walzer ist Höhepunkt vieler Bälle – besonders des Wiener Opernballs, der weltweit Beachtung findet.
- In Österreich eröffnet man traditionell viele festliche Anlässe mit einem Walzer.
- Der Tanz gehört zum Standardprogramm jeder Tanzschule und ist fixer Bestandteil von Tanzprüfungen (z. B. im Welttanzprogramm).
6. Bedeutung heute
- Der Wiener Walzer ist Teil des immateriellen Kulturerbes der UNESCO in Österreich.
- Er wird weltweit auf Turnieren getanzt (Teil der Standardtänze).
- Besonders beliebt ist er bei Hochzeiten, Bällen und feierlichen Anlässen.
Fazit
Der Wiener Walzer verbindet technische Eleganz mit historischer Tradition. Er ist schnell, anspruchsvoll und gleichzeitig der Inbegriff von festlicher Romantik. Egal ob auf dem Opernball oder auf einer Hochzeit – der Wiener Walzer ist und bleibt einer der symbolträchtigsten Tänze der Welt.
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